Konjunkturbarometer 2022: Wie zeitgemäß lernen Österreichs Unternehmen?

Konjunkturbarometer 2022: Wie zeitgemäß lernen Österreichs Unternehmen?

Immer mehr österreichische Unternehmen setzen auf E-Learning, zeigt das Ergebnis des aktuellen JW-Konjunkturbarometers. Die Hälfte der österreichischen Unternehmer:innen nutzt dabei bereits digitale Aus- und Weiterbildungsplattformen. Doch welchen Branchen gehören Österreichs E-Learning-Pioniere an und welche Themen sind für sie besonders interessant?

Das Konjunkturbarometer der Jungen Wirtschaft untersucht in regelmäßigen Abständen die wirtschaftliche Stimmung im Land. Die aktuell veröffentlichte Umfrage fokussierte sich neben der allgemeinen wirtschaftlichen Stimmung auchauf den Entwicklungsstand der Unternehmen im Bereich digitales Lernen.

Das sind die E-Learning Spitzenreiter Österreichs

Mehr als die Hälfte der befragten österreichischen Jungunternehmer:innen nutzt digitale Aus- und Weiterbildungsplattformen, um sich fortzubilden oder um Wissen und Expertise innerhalb des Unternehmens digital weiterzugeben. Dabei verwenden vor allem Betriebe mit über 100 Angestellten digitale Lernplattformen und Online-Bildungsangebote, so das Ergebnis der Studie. Kleinunternehmen nutzen das Angebot des digitalen Lernens seltener, was an den damit verbundenen Investitionen in diverse Software-Lizenzen liegen könnte.

Auch in den einzelnen Branchen lassen sich Unterschiede in der Verbreitung der Nutzung von E-Learning-Angeboten erkennen. Besonders beachtlich ist dabei, dass alle Befragten im Bereich der Bank- und Versicherungsunternehmen bereits Erfahrungen mit E-Learning-Angeboten haben. Diese Branche gilt daher als die Führende im Bereich der digitalen Weiterbildung: bei den Bank- und Versicherungsunternehmen gaben über 57 Prozent an, digitale Weiterbildungsplattformen sehr intensiv zu nutzen.

Nachholbedarf beim Thema E-Learning bzw. mobiles Lernen gibt es in den Bereichen Transport, Tourismus und Handwerk. In diesen Branchen hat die Mehrheit der Probanden nur wenig bis kaum Erfahrung mit digitaler Aus- und Weiterbildung. Zum Teil bewegt sich hier der Anteil der Befragten, die sich sehr intensiv mit E-Learning beschäftigen, lediglich im einstelligen Bereich (Transport 6%, Tourismus 9%).

Welche Lerninhalte werden digital gelernt?

Jungunternehmer:innen bilden sich gerne in digitalen Themenbereichen weiter. Dabei werden Onlineschulungen und Webinare auf speziellen Lernplattformen stärker wahrgenommen als Angebote in den sozialen Medien – also auf YouTube und LinkedIn.

Auch bei den Lerninhalten lassen sich klare Themen-Favoriten erkennen: 45 Prozent der Befragten interessieren sich für Aus- und Weiterbildung im Bereich Marketing und 36 Prozent möchten mehr über Digitalisierung erfahren. Weiters informieren sich Unternehmer:innen gerne über Themen, die ihren Arbeitsalltag bereichern, sowie über Rechtliches, aber auch Persönlichkeitsentwicklung, Führungs- und Sozialkompetenzen. Ein weiterer Bereich, in dem viele der Befragten einen größeren Kompetenzpool aufbauen möchten, ist Nachhaltigkeit.

Die Budgetfrage: Was darf Weiterbildung kosten?

Für ihre eigene Aus- und Weiterbildung sind die Unternehmer:innen bereit, jährlich zwischen 500€ und 1000€ zu investieren. Für die Weiterbildung des Personals wird ein Budget von bis zu 500€ von den meisten vorgesehen.

Zusammenfassend sei dargestellt, dass sehr wohl Interesse an digitalen Aus- und Weiterbildungsplattformen bei den Österreicher:innen besteht und die Befragten auch eine genaue Vorstellung davon haben, worin sie sich fortbilden möchten. Zu beachten ist, dass bereits die Hälfte der österreichischen Unternehmen digitale Bildung in den Berufsalltag integriert hat.

Das Konjunkturbarometer

Im Zeitraum 24. Mai bis 20. Juni 2022 wurden vom Marketinstitut 1.638 Online-Interviews von österreichischen Jungunternehmer:innen (Alter bis 40 Jahre) im Auftrag der Jungen Wirtschaft durchgeführt.

Download der Studie

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